Was du essen soll­test, um deine Stim­mung zu ver­bes­sern

Wir alle ken­nen das Krib­beln im Bauch beim ers­ten Date, das ungute Gefühl, dass jemand nicht ehr­lich zu uns ist, oder Magen­be­schwer­den vor einer wich­ti­gen Prä­sen­ta­tion. Aber wuss­test du, dass der Darm ein eige­nes Ner­ven­sys­tem hat? Oder dass er stän­dig mit dem Gehirn kom­mu­ni­ziert und unsere Gedan­ken und Stim­mun­gen beein­flusst, selbst wenn wir nichts essen? Diese Ver­bin­dung ist so stark, dass der Darm auch als unser zwei­tes Gehirn bezeich­net wird. Die Wis­sen­schaft ver­steht immer bes­ser, wie wir diese Ver­bin­dung stär­ken kön­nen, um uns bes­ser zu füh­len und zu den­ken.

Die wech­sel­sei­tige Kom­mu­ni­ka­tion zwi­schen Darm und Gehirn wird als Darm-Hirn-Achse bezeich­net. Infor­ma­tio­nen kön­nen auf ver­schie­de­nen Wegen zwi­schen Darm und Gehirn aus­ge­tauscht wer­den. Der direk­teste Weg ist der Vagus­nerv. Er fun­giert gewis­ser­ma­ßen als Infor­ma­ti­ons­au­to­bahn, die Signale vom Darm zum zen­tra­len Ner­ven­sys­tem sen­det. Der Vagus­nerv spielt eine Schlüs­sel­rolle im Ruhe- und Ver­dau­ungs­mo­dus des Kör­pers. Der Vagus­nerv wird auch als sechs­ter Sinn des Kör­pers bezeich­net, da er die Akti­vi­tät unse­rer Organe wahr­nimmt und diese wich­ti­gen Infor­ma­tio­nen an das Gehirn wei­ter­lei­tet. Neben dem Vagus­nerv kann der Darm auch auf ande­ren Wegen mit dem Gehirn kom­mu­ni­zie­ren, bei­spiels­weise über Hor­mone, das Immun­sys­tem und die Darm­flora.

Unser Ver­ständ­nis des Ein­flus­ses der Darm-Hirn-Achse auf unsere psy­chi­sche Gesund­heit ist noch rela­tiv neu, ins­be­son­dere was die Rolle der Mikro­ben betrifft, die in unse­rem Darm leben. Den­noch han­delt es sich um ein äußerst span­nen­des For­schungs­ge­biet, das über­zeu­gende Belege dafür lie­fert, dass die Art und Weise, wie wir diese Bewoh­ner unse­res Darms behan­deln, einen tief­grei­fen­den Ein­fluss haben kann.

Lerne dein Mikro­biom ken­nen

Schät­zungs­weise 40 Bil­lio­nen Mikro­or­ga­nis­men leben in unse­rem Ver­dau­ungs­trakt. Zum Ver­gleich: Das ent­spricht in etwa der Anzahl der Zel­len, aus denen der mensch­li­che Kör­per besteht. Es gibt sogar 100.000-mal mehr Mikro­ben in unse­rem Darm als Men­schen auf der Erde.

Sie sie­deln sich vor­wie­gend im Dick­darm, dem letz­ten Abschnitt des Ver­dau­ungs­trakts, an. Der Dick­darm ist der lang­samste Teil des Ver­dau­ungs­sys­tems. Dort benö­ti­gen sie zwölf bis drei­ßig Stun­den, um den Nah­rungs­brei zu ver­ar­bei­ten. Dadurch haben unsere Darm­bak­te­rien aus­rei­chend Zeit, ihre Wir­kung zu ent­fal­ten. Diese Bil­lio­nen von Mikro­or­ga­nis­men, dar­un­ter Bak­te­rien, Viren, Pilze und Para­si­ten, wer­den zusam­men als Mikro­biota bezeich­net. Zusam­men ent­hal­ten sie Hun­derte Male mehr Gene als unser eige­nes Genom, also das gesamte gene­ti­sche Mate­rial unse­res Kör­pers. Die Gesamt­heit die­ser mikro­biel­len Gene wird als Mikro­biom bezeich­net.

Erstaun­li­cher­weise waren uns bis ins 21. Jahr­hun­dert 80 Pro­zent der Mikro­ben in unse­rem Darm ein Rät­sel. Dank der Genom­se­quen­zie­rungs­tech­no­lo­gie ändert sich das nun: 2007 wurde das Human­mi­kro­biom-Pro­jekt ins Leben geru­fen, um unser „zwei­tes Genom“ zu sequen­zie­ren. Wir betre­ten nun eine span­nende Phase, in der sich der Fokus von der Frage, was diese Bewoh­ner sind, hin zu ihren Funk­tio­nen ver­la­gert – und dazu, wie wir sie opti­mal für unsere kör­per­li­che und geis­tige Gesund­heit nut­zen kön­nen.

Wir hören oft von „guten Bak­te­rien“ – ein Schlüs­sel­be­griff, wenn es um unsere Darm­flora geht. Über unse­ren Ver­dau­ungs­trakt kön­nen schäd­li­che Orga­nis­men in unse­ren Kör­per gelan­gen. Sind genü­gend „gute“ Bak­te­rien vor­han­den, wer­den uner­wünschte Krank­heits­er­re­ger ver­drängt, sodass wir vor Infek­tio­nen geschützt sind. Ein mög­lichst viel­fäl­ti­ges Mikro­biom ist des­halb so wich­tig für unsere Gesund­heit. Je mehr Funk­tio­nen es erfül­len kann, desto bes­ser kann es zu unse­rem Wohl­be­fin­den bei­tra­gen.

Unsere Darm­be­woh­ner leis­ten jedoch weit mehr, als nur schäd­li­che Mikro­ben zu ver­drän­gen. Sie spal­ten auch für uns unver­dau­li­che Nah­rungs­mit­tel auf und pro­du­zie­ren dabei zahl­rei­che nütz­li­che Ver­bin­dun­gen, soge­nannte Meta­boli­ten, sowie alle acht B‑Vitamine und wei­tere Vit­amine. Bemer­kens­wert ist, dass unsere Darm­bak­te­rien auch Neu­ro­trans­mit­ter pro­du­zie­ren kön­nen. Das sind Boten­stoffe, die unsere Gehirn­zel­len zur Kom­mu­ni­ka­tion nut­zen. Dazu gehö­ren Sero­to­nin, des­sen Man­gel mit Depres­sio­nen in Ver­bin­dung gebracht wird, Nor­ad­re­na­lin, das den Kör­per auf Akti­vi­tät vor­be­rei­tet, und Dopa­min, das eine wich­tige Rolle für unsere Stim­mung sowie unsere Lern- und Pla­nungs­fä­hig­keit spielt. Tat­säch­lich wer­den 50 Pro­zent unse­res Dopa­mins im Darm gebil­det.

Ein­fluss­rei­che „Influen­cer”

All das zeigt, dass unsere Darm­bak­te­rien nicht nur Mit­rei­sende in unse­rem Kör­per sind. Ihre Gesund­heit ist eng mit unse­rer eige­nen ver­bun­den und sie kön­nen einen star­ken Ein­fluss auf unser Gehirn aus­üben.

Wie groß die­ser Ein­fluss tat­säch­lich ist, wird erst seit etwa einem Jahr­zehnt durch For­schung deut­lich. Den Anfang mach­ten Stu­dien an keim­freien Mäu­sen. Diese Mäuse wer­den ohne jeg­li­che Mikro­ben gezüch­tet und in einer ste­ri­len Umge­bung auf­ge­zo­gen. So kön­nen Wis­sen­schaft­ler die Aus­wir­kun­gen des Kon­takts mit ver­schie­de­nen Mikro­ben auf sie beob­ach­ten. Eine bahn­bre­chende Stu­die eines japa­ni­schen For­scher­teams aus dem Jahr 2004 ergab, dass diese Mäuse ohne Mikro­biom unter­ent­wi­ckelte Gehirne, eine über­trie­bene Stress­re­ak­tion und depres­sive Züge auf­wie­sen. Bezeich­nen­der­weise nor­ma­li­sierte sich die Stress­re­ak­tion der Mäuse rasch, nach­dem sie mit einer Bak­te­ri­en­mi­schung gefüt­tert wor­den waren.

Wei­tere über­zeu­gende Belege lie­fern Stu­dien zu Stuhl­trans­plan­ta­tio­nen. Dabei wird Stuhl­ma­te­rial einer Per­son in den Darm einer ande­ren über­tra­gen, häu­fig per Ein­lauf, manch­mal auch oral, bei­spiels­weise in Tablet­ten­form. Eine im Jahr 2020 ver­öf­fent­lichte Über­sichts­ar­beit zu die­ser Tech­nik unter­suchte Stu­dien, in denen Stuhl­trans­plan­ta­tio­nen von Men­schen mit bestimm­ten Erkran­kun­gen an Mäuse durch­ge­führt wur­den. Nach der Trans­plan­ta­tion ent­wi­ckel­ten die Mäuse ähn­li­che Sym­ptome wie die Men­schen, dar­un­ter Depres­sio­nen, Angst­zu­stände, Anore­xie und Alko­ho­lis­mus. Diese Sym­ptome sind zwar nicht exakt die­sel­ben wie beim Men­schen, stel­len aber einen Stell­ver­tre­ter dar. So hal­ten sich bei­spiels­weise ängst­li­che Mäuse weni­ger in der Mitte eines offe­nen Fel­des auf, son­dern bevor­zu­gen die Rän­der. Mäuse mit zwang­haf­tem Ver­hal­ten ver­gra­ben Mur­meln, sobald sich die Gele­gen­heit dazu bie­tet. Allein die Über­tra­gung des Mikro­bi­oms eines kran­ken Men­schen auf diese Mäuse schien die jewei­lige Erkran­kung zu über­tra­gen.

Was wäre, wenn wir das Mikro­biom gesun­der Men­schen auf Per­so­nen mit Vor­er­kran­kun­gen über­tra­gen könn­ten, um diese zu besei­ti­gen? Es ist eine ver­lo­ckende Idee, und obwohl es bis­her nur wenige Stu­dien an Men­schen gibt, exis­tie­ren einige. So iden­ti­fi­zierte eine Über­sichts­ar­beit bei­spiels­weise sechs Stu­dien, in denen Stuhl­trans­plan­ta­tio­nen von gesun­den Frei­wil­li­gen an Men­schen mit Depres­sio­nen durch­ge­führt wur­den. In allen die­sen Stu­dien kam es kurz­fris­tig zu einer Ver­bes­se­rung der depres­si­ven Sym­ptome bei den Emp­fän­gern. Aller­dings kehr­ten die Sym­ptome im All­ge­mei­nen nach eini­gen Mona­ten auf das vor­he­rige Niveau zurück.

Wie diese Effekte zustande kom­men, ist unklar, denn es gibt zahl­rei­che Mög­lich­kei­ten, wie der Darm mit dem Gehirn kom­mu­ni­ziert. So kön­nen bei­spiels­weise Neu­ro­trans­mit­ter und kurz­ket­tige Fett­säu­ren, die ent­ste­hen, wenn Darm­bak­te­rien Bal­last­stoffe aus unse­rer Nah­rung abbauen, den Vagus­nerv akti­vie­ren und somit Signale an das Gehirn sen­den. Tat­säch­lich ver­schwin­den die posi­ti­ven Effekte der Darm­bak­te­rien, wenn der Vagus­nerv bei Mäu­sen durch­trennt wird.

Kurz­ket­tige Fett­säu­ren wir­ken eben­falls ent­zün­dungs­hem­mend und kön­nen das Immun­sys­tem auf wei­tere Weise beein­flus­sen. Da zahl­rei­che psych­ia­tri­sche Erkran­kun­gen mit Ent­zün­dun­gen ein­her­ge­hen, sind die ent­zün­dungs­hem­men­den Eigen­schaf­ten des Darm­mi­kro­bi­oms in die­sem Kon­text beson­ders inter­es­sant.

Die psy­cho­bio­ti­sche Revo­lu­tion

Stuhl­trans­plan­ta­tio­nen sind nach wie vor eine extreme Option. Die US-ame­ri­ka­ni­sche Arz­nei­mit­tel­be­hörde FDA warnte im Jahr 2020 vor dem Risiko schwer­wie­gen­der Infek­tio­nen im Zusam­men­hang mit die­ser Pra­xis. Als alter­na­tive Behand­lungs­me­thode für psy­chi­sche Pro­bleme wird die Gabe von Pro­bio­tika – Bak­te­rien, die nach­weis­lich posi­tive Aus­wir­kun­gen auf die Darm­ge­sund­heit haben – dis­ku­tiert. Füh­rende For­scher wie John Cryan und Ted Dinan vom Uni­ver­sity Col­lege Cork in Irland präg­ten hier­für den Begriff „Psy­cho­bio­tika“.

zDoch wie sicher kön­nen wir sein, dass die Aus­wir­kun­gen des Mikro­bi­oms, die wir bei Tie­ren beob­ach­ten, auch auf den Men­schen über­trag­bar sind? Ein Indiz dafür lie­fert die Tra­gö­die im Jahr 2000 in der kana­di­schen Stadt Wal­ker­ton in Onta­rio. Hef­tige Regen­fälle hat­ten dort zu einer Ver­un­rei­ni­gung des Trink­was­sers mit E. coli und Cam­py­lo­bac­ter aus Rin­der­kot geführt. Dies resul­tierte in einer Epi­de­mie der bak­te­ri­el­len Ruhr, an der sich die Hälfte der Bevöl­ke­rung infi­zierte, und die sie­ben Men­schen­le­ben for­derte. Viele der Über­le­ben­den ent­wi­ckel­ten in der Folge ein post­in­fek­tiö­ses Reiz­darm­syn­drom. Laut Dinan ent­wi­ckelte jedoch ein signi­fi­kan­ter Anteil der Pati­en­ten bis zum Ende des ers­ten Jah­res eine schwere Depres­sion.

Dies deu­tet dar­auf hin, dass der Erre­ger ihr Gehirn auf irgend­eine Weise beein­träch­tigt hat. Stu­dien zei­gen außer­dem, dass Men­schen mit Depres­sio­nen, PTBS und Schi­zo­phre­nie auf­fäl­lige Ähn­lich­kei­ten in ihrem Mikro­biom auf­wei­sen, die sie mit kei­ner ande­ren Gruppe tei­len.

Die Annahme, dass unsere Darm­flora unsere Emo­tio­nen beein­flusst, wird durch Unter­su­chun­gen an gesun­den Frauen mit­tels Gehirn­scans gestützt. Dabei zeigte sich, dass die Kon­zen­tra­tion bestimm­ter Bak­te­rien in ihrem Darm ihre Reak­tion auf emo­tio­nale Bil­der beein­flusste – so stark, dass die For­scher anhand der Gehirn­bil­der sogar vor­her­sa­gen konn­ten, wel­che Darm­bak­te­rien die Frauen in sich tru­gen. Dies lie­fert über­zeu­gende Belege dafür, dass diese Darm­be­woh­ner unsere emo­tio­na­len Reak­tio­nen beein­flus­sen kön­nen.

Das Team der Uni­ver­sity of Cali­for­nia in Los Ange­les, das diese Ergeb­nisse erzielte, zeigte anschlie­ßend, dass die zwei­mal täg­li­che Ein­nahme eines pro­bio­ti­schen Joghurts mit Bak­te­rien über einen Zeit­raum von vier Wochen die emo­tio­nale Ver­ar­bei­tung im Gehirn von Frauen ver­bes­serte. Auch bei Pati­en­ten mit psy­chi­schen Erkran­kun­gen könn­ten Pro­bio­tika hilf­reich sein. In eini­gen Stu­dien konnte nach­ge­wie­sen wer­den, dass die­ser Ansatz Depres­sio­nen und Angst­zu­stände lin­dern kann.

Bevor du dich jetzt mit pro­bio­ti­schem Joghurt ein­deckst, soll­test du vor­sich­tig sein. Zwar ver­spre­chen unzäh­lige Pro­dukte auf dem Markt aller­lei gesund­heit­li­che Vor­teile, doch selbst Dinan gibt zu, dass die meis­ten von sei­nem Team im Labor getes­te­ten Pro­bio­tika keine Wir­kung auf die Psy­che zeig­ten. Außer­dem gibt es keine Garan­tie, dass die auf­ge­nom­me­nen Bak­te­rien die Magen­säure über­ste­hen und den Dick­darm errei­chen. Erschwe­rend kommt hinzu, dass wir nicht nur im Dun­keln tap­pen, wel­che Bak­te­rien die Stim­mung tat­säch­lich ver­bes­sern, son­dern dass auch jeder Mensch eine indi­vi­du­elle Darm­flora hat. Was bei dem einen wirkt, muss also nicht bei allen wir­ken. Solange das nicht geklärt ist, bleibt das Ver­spre­chen von Psy­cho­bio­tika vor­erst nur ein Ver­spre­chen.

Küm­mere dich um deine Mikro­ben

Es scheint klar zu sein, dass der Schutz der Bil­lio­nen nütz­li­cher Mikro­ben, die in unse­rem Darm leben, und deren Gesund­erhal­tung auch zum Schutz unse­rer psy­chi­schen Gesund­heit bei­tra­gen kön­nen. Doch wie kön­nen wir das am bes­ten errei­chen

Laut Megan Rossi, Darm­ge­sund­heits­exper­tin am King’s Col­lege Lon­don, ist eine viel­fäl­tige pflanz­li­che Ernäh­rung ent­schei­dend für ein viel­fäl­ti­ges Mikro­biom. Sie erklärt, dass die Viel­falt unse­rer pflanz­li­chen Nah­rungs­quel­len auf­grund moder­ner Anbau­me­tho­den stark zurück­ge­gan­gen ist: 75 Pro­zent der welt­wei­ten Nah­rungs­mit­tel­pro­duk­tion stam­men von nur zwölf Pflan­zen­ar­ten. Die Her­aus­for­de­rung besteht also darin, eine mög­lichst große Viel­falt an Pflan­zen zu essen.

Rossi emp­fiehlt, min­des­tens drei­ßig ver­schie­dene pflanz­li­che Lebens­mit­tel pro Woche zu sich zu neh­men. Das mag zunächst viel erschei­nen, aber mit ein paar Tricks lässt sich das schnell umset­zen. Achte dabei auf eine aus­rei­chende Bal­last­stoff­zu­fuhr. Bal­last­stoffe kön­nen von unse­rem Ver­dau­ungs­sys­tem nicht abge­baut wer­den, näh­ren aber unser Mikro­biom und wer­den dort in die wich­ti­gen kurz­ket­ti­gen Fett­säu­ren auf­ge­spal­ten, die sehr gesund sind. Sie schei­nen außer­dem Stress und Angst­zu­stände zu regu­lie­ren.

Neben der Ernäh­rung gibt es noch eini­ges, was wir für unsere Darm­flora tun kön­nen. Dazu gehört zum Bei­spiel aus­rei­chend Schlaf. Unser Darm­mi­kro­biom hat sei­nen eige­nen zir­ka­dia­nen Rhyth­mus und seine Akti­vi­tät folgt einem 24-Stun­den-Zyklus. Schlaf­stö­run­gen kön­nen es daher beein­träch­ti­gen. Mehr Schlaf hilft uns außer­dem, gesün­dere Ernäh­rungs­ent­schei­dun­gen zu tref­fen – ein Gewinn für unser Mikro­biom.

Stress kann die Darm­wand durch­läs­si­ger machen, sodass Bak­te­rien in den Blut­kreis­lauf gelan­gen kön­nen. Dies kann Ent­zün­dun­gen aus­lö­sen, die sowohl der kör­per­li­chen als auch der see­li­schen Gesund­heit scha­den. Cryan und seine Kol­le­gen haben in einer Stu­die mit Mäu­sen gezeigt, dass kurz­ket­tige Fett­säu­ren, die von Darm­bak­te­rien nach dem Ver­zehr von Bal­last­stof­fen frei­ge­setzt wer­den, dazu bei­tra­gen kön­nen, einige die­ser Schä­den zu repa­rie­ren. Das ist ein wei­te­rer Grund, mehr Obst und Gemüse zu essen.

Zusam­men­fas­send lässt sich sagen, dass sich die Hin­weise dar­auf meh­ren, dass der Darm unsere Stim­mung beein­flusst – und umge­kehrt. Wenn wir uns also ernäh­ren, um uns wohl­zu­füh­len, soll­ten wir auch dar­auf ach­ten, was unsere Darm­bak­te­rien gerne essen. Sie in einem gesun­den Ver­hält­nis zu hal­ten dürfte ein immer wich­ti­ge­rer Weg wer­den, um unsere kör­per­li­che und geis­tige Gesund­heit zu stär­ken.

Ein­fa­che Wege zu einer gesün­de­ren Ernäh­rung für das Mikro­biom

  • Ernähre dich haupt­säch­lich pflanz­lich und ver­su­che, wöchent­lich min­des­tens drei­ßig ver­schie­dene pflanz­li­che Lebens­mit­tel zu ver­zeh­ren. Dazu gehö­ren Obst und Gemüse, Hül­sen­früchte, Nüsse und Samen. Beson­ders emp­feh­lens­wert sind Bal­last­stoffe, ins­be­son­dere Voll­korn­pro­dukte.
  • Ver­zichte auf zu viele raf­fi­nierte und stark ver­ar­bei­tete Lebens­mit­tel sowie zucker­hal­tige Spei­sen und Getränke.
  • Kräu­ter und Gewürze sind eine ein­fa­che Mög­lich­keit, für Abwechs­lung im Spei­se­plan zu sor­gen und ihn gleich­zei­tig geschmack­voll zu gestal­ten.
  • Wenn du Zugang zu einer wöchent­li­chen Lie­fe­rung von Obst- und Gemü­se­kis­ten hast, kann das eine unter­halt­same Mög­lich­keit sein, die Viel­falt dei­ner übli­chen Ernäh­rung zu erhö­hen.
  • Streue gemischte Nüsse und Samen über dein Müsli, dei­nen Joghurt oder deine Suppe. Jede Sorte zählt zu dei­nen drei­ßig wöchent­li­chen Por­tio­nen.
  • Das Glei­che gilt für gemischte Salat­blät­ter: Sie sind eine ein­fa­che Mög­lich­keit, den Spei­se­plan mit mini­ma­lem Auf­wand abwechs­lungs­rei­cher zu gestal­ten.
  • Um die meis­ten Nähr­stoffe zu erhal­ten, kann man über­schüs­si­ges Obst und Gemüse ein­frie­ren und dann in Smoothies oder andere Gerichte geben.

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