Kön­nen wir jemals auf­hö­ren zu den­ken?

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Kath­rin ist so lus­tig! Oh, ich brau­che das Auto mor­gen für den TÜV! Habe ich den Herd aus­ge­schal­tet? Mein Zeh fühlt sich komisch an. Ich glaube, ich kenne diese Per­son. Jetzt kommt die Sonne. Ja

Oft hän­gen wir in end­lo­sen Gedan­ken­schlei­fen fest. Ab und zu ver­su­chen wir, die­sen Gedan­ken­fluss zu stop­pen, indem wir uns sagen, dass wir ein­fach auf­hö­ren sol­len zu den­ken. Aber kön­nen wir das über­haupt? Kön­nen wir jemals wirk­lich auf­hö­ren zu den­ken?

Das kommt dar­auf an, wie du „den­ken” defi­nierst. Ein Gedanke, der das Ergeb­nis che­mi­scher Reak­tio­nen zwi­schen Gehirn­zel­len ist, kann sowohl auf bewuss­ter als auch auf unbe­wuss­ter Ebene ent­ste­hen. Die Art von Den­ken, die wir wahr­neh­men – zum Bei­spiel die end­lo­sen Gedan­ken, die uns durch den Kopf schwir­ren, wenn wir ver­su­chen ein­zu­schla­fen –, kann theo­re­tisch zum Schwei­gen gebracht wer­den. Das ist ver­mut­lich das, worum es bei Medi­ta­tion geht.

Auch wenn dies das Ziel von Media­to­ren ist, bleibt unklar, inwie­weit sie die­sen Zustand der Leere tat­säch­lich errei­chen kön­nen. Sicher ist jedoch, dass Media­to­ren ihre Gedan­ken viel bes­ser kon­trol­lie­ren kön­nen. Wenn sie sich also auf etwas kon­zen­trie­ren sol­len und ihre Gedan­ken abschwei­fen, bemer­ken sie das viel schnel­ler.

„Es ist etwas ande­res, einen Gedan­ken zu haben und sich des­sen bewusst zu sein. Wenn du also jeman­den fragst, wor­über er nach­denkt, und er mit ‚Nichts‘ ant­wor­tet, dann ist es mög­lich, dass ihm nicht bewusst ist, dass er über­haupt denkt“, meinte Kam. Du könn­test bei­spiels­weise tief in Gedan­ken über eine Bezie­hung oder eine bevor­ste­hende Prü­fung ver­sun­ken sein und dir des­sen erst bewusst wer­den, wenn dich jemand auf die Schul­ter tippt und dich aus dei­nen Gedan­ken reißt. Men­schen, die ‚an nichts den­ken‘, könn­ten auch einen Strom von ‚Bewusst­seins­ge­dan­ken‘ haben, die keine zusam­men­hän­gende Geschichte erge­ben.“

Das Gehirn hört im wei­tes­ten Sinne aber nie wirk­lich auf zu den­ken. Die meis­ten die­ser Gedan­ken lau­fen im Hin­ter­grund ab, ohne dass wir sie bewusst wahr­neh­men. Es gibt keine Mög­lich­keit, sie abzu­schal­ten.

Wenn du in einer Men­schen­menge ein bekann­tes Gesicht siehst und glaubst, die Per­son zu ken­nen, fällt dir viel­leicht nicht sofort ein, woher du sie kennst. Aber viel­leicht fällt es dir ein paar Stun­den spä­ter plötz­lich wie­der ein. Das liegt daran, dass dein Gehirn im Hin­ter­grund „arbei­tet”. Selbst Ent­schei­dun­gen wer­den meist unbe­wusst getrof­fen. Ein Teil die­ser Hin­ter­grund­pro­zesse führt zu dem, was wir als Bauch­ge­fühl bezeich­nen. Oft­mals ver­ar­bei­tet unser Gehirn eine Menge Infor­ma­tio­nen und gibt uns ein Bauch­ge­fühl, dem wir letzt­end­lich fol­gen. Wir haben jedoch nicht immer bewuss­ten Zugriff auf den Ent­schei­dungs­pro­zess unse­res Gehirns. Manch­mal erfin­den wir eine Geschichte, um die Ent­schei­dung zu erklä­ren – manch­mal ist sie zutref­fend, manch­mal nicht.

Die Ant­wort auf diese Frage hängt also davon ab, wie du „den­ken“ defi­nierst. Wenn du damit einen inne­ren Dia­log mit uns selbst meinst, dann ja, den kön­nen wir been­den. Wenn „den­ken” jedoch bedeu­tet, die Auf­merk­sam­keit nicht auf etwas Bestimm­tes zu rich­ten, wäre das viel schwie­ri­ger.

Selbst wenn wir hier sit­zen und dies lesen, sen­det das Nach­den­ken über das Den­ken Signale über eine Kette von Neu­ro­nen im Gehirn. Wenn wir also bewusst nicht mehr den­ken oder durch Medi­ta­tion einen lee­ren Geist errei­chen, schal­tet das Gehirn nicht ab. Es wird wei­ter­hin Gedan­ken haben, die wir nur nicht wahr­neh­men wer­den.

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