Die aktuelle Nachrichtenlage ist wirklich bedrückend. Angesichts der weltweiten Ereignisse fällt es mehr denn je schwer, emotional im Gleichgewicht zu bleiben. Immer wieder stellen sich die Menschen dabei folgende Fragen:
- Wie kann ich mich über das Weltgeschehen informieren, ohne dabei mich selbst zu verlieren?
- Wenn ich keine Nachrichten schaue, lasse ich dann diejenigen im Stich, die leiden?
- Warum kann ich nicht aufhören, ständig nachzusehen oder zu scrollen, obwohl es mir dadurch schlechter geht?
- Wie kann ich meine Vorzüge genießen, wenn so viele andere verzweifelt sind?
Wie finden wir also die Balance? Weder Vermeidung noch ständige Wachsamkeit sind die Antwort. Die wichtigste Frage, die wir uns stellen müssen, lautet: „Wie kann ich am besten für mich selbst sorgen, um der Welt bestmöglich dienen zu können?” Die Antwort darauf ist lebenslang und individuell. Beginnen wir zunächst mit diesen fünf Werkzeugen, um in einer chaotischen Welt emotionale Ausgeglichenheit zu schaffen.
1. Verstehe, dass Selbstfürsorge kein Rückzug von der Verantwortung ist
Das erste Werkzeug ist dieses Bewusstsein. Wenn ich mein eigenes emotionales Gleichgewicht priorisiere, kann ich anderen am besten beistehen. Selbstfürsorge ist weder egoistisch noch bedeutet sie, sich vor dem Leid der Welt zu drücken. Sie ist verantwortungsvoll und unerlässlich. Wir können leicht in einen Strudel aus Wut, Verurteilung und Verzweiflung geraten. Doch Vorsicht: Wenn wir diesen Gefühlen nachgeben, nur um uns um die Welt zu kümmern, kann das nach hinten losgehen. Denn so lindern wir nicht das Leid und schenken der Welt auch keine Hoffnung.
2. Lerne, dein Nervensystem zu regulieren mit der PBR-Methode
Um geerdet zu bleiben, ist es wichtig, die Vorgänge im eigenen Körper wahrzunehmen und zu lernen, das Nervensystem zu regulieren. Achtsamkeit ist der erste Schritt. Ich selbst nutze die PBR-Methode, eine Mikro-Achtsamkeitsmeditation mit kurzen, bewussten Achtsamkeitsphasen. Damit kann ich Stresszyklen durchbrechen und meinem Gehirn Sicherheit signalisieren.
Versuche diese einfachen Schritte: Innehalten, atmen, entspannen. Gehe jeden Schritt langsam und als eigenständige Handlung an. Und wiederhole ihn dann. Das Schöne an dieser Übung ist, dass sie jederzeit und überall durchführbar ist. Du kannst jederzeit und bei jeder Tätigkeit innehalten, atmen und entspannen, ohne dabei große Unterbrechungen zu verursachen. Nur so viel, dass du die Kontrolle über dein Nervensystem und dein Bewusstsein wiedererlangst. Anschließend ist es dir möglich, bewusst weitere Entscheidungen zu treffen, die dir Erdung bringen – in deinen Gedanken, Worten und Taten.
3. Schaffe Konsumgrenzen
Wenn Empathie zu weit geht, ist sie weder verantwortungsvoll noch hilfreich. Wir neigen dazu, uns auf unsere eigenen Gefühle zu konzentrieren und dabei die Gefühle anderer zu vernachlässigen. Selbstmitgefühl ist unerlässlich, wenn wir oder andere leiden. Gleichzeitig kann uns das Ego unter dem Deckmantel der Fürsorge in unseren Emotionen lähmen. Ja, es ist wichtig, den Schmerz anderer zu fühlen. Aber was dann? Wir brauchen Grenzen, um unsere proaktive Seite zu nutzen, die uns wertvolle Energie schenkt.
Hier sind einige Grenzen, die du für deinen Nachrichtenkonsum festlegen kannst:
- Lege die Nachrichtenkonsumzeiten fest, plane kurze Informationsrunden ein und setze eine Obergrenze
- Deaktiviere die Push-Benachrichtigungen
- Vermeide endloses Scrollen
- Vermeide besonders brisante Themen und Nachrichtenbeiträge
- Lege mit Familie und Freunden Tabuthemen fest
Und hier sind einige Grenzen, die unter anderem beinhalten, dass du deine Aufmerksamkeit auf Positivität richtest.
- Konsumiere Inhalte, die dich aufbauen, dein Herz und deine Seele öffnen sowie Freude und Freundlichkeit in dir wecken
- Investiere Zeit in Dinge, die dich begeistern, zum Beispiel Musik, Natur, Freunde, Spiele, Bewegung, Lachen oder Backen
- Konzentriere dich auf konkrete Schritte, die du selbst beeinflussen kannst, wie erwa Spenden, ehrenamtliche Tätigkeiten oder das Geben und Gestalten
4. Teile!
Wenn uns die Nachrichtenlage überwältigt, ist Ohnmacht eine der verheerendsten Folgen. Dieses Gefühl entsteht aus dem Zweifel an der Wirkung unserer guten Taten. Die Wissenschaft zeigt jedoch, dass Energie niemals wirklich „verschwendet“ wird. Vielmehr bleibt sie stets erhalten und wird von einer Form in eine andere umgewandelt. Dies nennen wir den Energieerhaltungssatz.
Also: Teile dein Herz, bete für andere, wann immer du kannst, und lebe nach den Prinzipien, für die du in Erinnerung bleiben möchtest. Setze dich dafür ein, das Leben anderer zu verbessern. Sei dir bewusst, dass du durch das Teilen eines Bereichs deines Lebens zum Guten in der Welt beiträgst, auch wenn wir es nicht sehen können. Wir haben Macht, und keine Tat ist in dieser Welt unbedeutend.
5. Verbinde dich mit einer höheren Quelle
Verbinde dich mit etwas Höherem, das jenseits der Begrenzungen dieser Welt liegt. Wie Einstein schon sagte, erfordern unsere Probleme ein höheres Maß an Denken und moralischem Bewusstsein als die Denkweise, die sie verursacht hat. Wenn wir unser Bewusstsein erweitern, können wir alte, tief verwurzelte Muster hinter uns lassen und die gleichen Probleme nicht weiterführen.
Alles, was dein Bewusstsein erweitert, dich mit dem verbindet, was du als wahr erkennst, Liebe und Einheit erweckt, dich inspiriert, dich ganz in den gegenwärtigen Moment führt und dich das Leben wertschätzen lässt, solltest du öfter tun. So beseitigen wir Negativität. Unterschätze bitte nicht die Kraft, die du hast, um der Welt dieses dringend benötigte Licht zu schenken.
Fazit
Wenn der Nachrichtenstrom unaufhörlich erscheint, ist der Schutz der eigenen mentalen Gesundheit keine Vermeidung, sondern Verantwortung. Konzentriere dich bewusst auf Informationen, anstatt dich ständig konfrontieren zu lassen, damit du auf dem Laufenden bleibst, ohne emotional überfordert zu werden – und die Klarheit und Kraft bewahrst, die du brauchst, um der Welt etwas Gutes zu tun.
