Beein­flusst der Blut­druck die Gesund­heit des Gehirns, wenn wir älter wer­den?

Beein­flusst der Blut­druck die Gesund­heit des Gehirns, wenn wir älter wer­den? Zu die­ser Frage gibt es neue Erkennt­nisse. Neue Stu­dien deu­ten dar­auf hin, dass eine Blut­druck­kon­trolle dazu bei­tra­gen könnte, das Gehirn vor Gedächt­nis­ver­lust, Schlag­an­fäl­len und Stür­zen zu schüt­zen.

Der Blut­druck beschreibt die Kraft, mit der das Blut durch die Arte­rien fließt. Er wird mit zwei Zah­len gemes­sen. Die erste Zahl gibt den soge­nann­ten systo­li­schen Druck an, also den Druck, der beim Herz­schlag ent­steht. Die zweite Zahl ist der dia­sto­li­sche Druck und gibt den Druck an, wenn das Herz zwi­schen den Schlä­gen ruht. Ärzte machen sich Sor­gen, wenn der dia­sto­li­sche Druck 80 oder höher ist, da dies bedeu­tet, dass der Druck auch in Ruhe zu hoch ist.

Nun, da man sich mit den klei­nen Nar­ben in der wei­ßen Hirn­sub­stanz befasst, die die Nach­rich­ten­über­tra­gung im Gehirn stö­ren, hat man Fol­gen­des her­aus­ge­fun­den: Men­schen mit einem nied­ri­gen dia­sto­li­schen Blut­druck (unter 80) wei­sen weni­ger die­ser Nar­ben auf. Im Gegen­satz dazu haben Men­schen mit einem höhe­ren dia­sto­li­schen Blut­druck (über 90) mehr davon und damit Pro­bleme mit dem Den­ken, dem Gedächt­nis und dem Gleich­ge­wicht. Dies ist eine über­ra­schende Ent­de­ckung, da bis­her vor allem der systo­li­sche Blut­druck als ent­schei­den­der Fak­tor für die Gesund­heit des Gehirns betrach­tet wurde.

Außer­dem sind man­che Berei­che des Gehirns stär­ker betrof­fen als andere. Ein zu hoher dia­sto­li­scher Blut­druck kann die klei­nen Blut­ge­fäße in bestimm­ten Berei­chen des Gehirns beschä­di­gen und so zu wei­te­ren Hirn­schä­den füh­ren.

Das ist tat­säch­lich ein Pro­blem, denn die weiße Sub­stanz erfüllt im Gehirn eine ähn­li­che Funk­tion wie Auto­bah­nen. Sind diese „Auto­bah­nen” beschä­digt, kann das Gehirn nicht mehr so gut arbei­ten. Mit zuneh­men­dem Alter tre­ten Läsio­nen der wei­ßen Sub­stanz häu­fi­ger auf. Etwa jeder Fünfte ab 60 ist davon betrof­fen, und mit zuneh­men­dem Alter nimmt ihre Anzahl zu. Diese Nar­ben im Gehirn kön­nen das Risiko für Stürze, Schlag­an­fälle und Denk­stö­run­gen erhö­hen.

Die gute Nach­richt ist: Ein gesun­der dia­sto­li­scher Blut­druck kann dazu bei­tra­gen, die Anzahl die­ser Hirn­schä­den zu redu­zie­ren. Das wirkt sich posi­tiv auf die Gehirn­ge­sund­heit, das Denk­ver­mö­gen und die Aus­ge­gli­chen­heit im Alter aus. Durch regel­mä­ßige Blut­druck­kon­trol­len und die Zusam­men­ar­beit mit unse­ren Ärz­ten kön­nen wir somit sowohl unser Herz als auch unser Gehirn schüt­zen.

Zusam­men­fas­send lässt sich sagen, dass eine Kon­trolle des dia­sto­li­schen Blut­drucks – ins­be­son­dere, wenn die­ser unter 80 mm Hg bleibt – das Risiko von Gehirn­pro­ble­men im Alter sen­ken kann. Dies ist eine ein­fa­che und wirk­same Methode, um gesund zu blei­ben, das Gedächt­nis zu schüt­zen und schwe­ren Erkran­kun­gen wie Schlag­an­fäl­len vor­zu­beu­gen.

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