Nach einer schlaf­lo­sen Nacht schal­tet unser Gehirn ab

Hast du bis zum Mor­gen durch­ge­fei­ert? Oder hast du die ganze Nacht schlaf­los gele­gen? Was jetzt kommt, dürfte eine Her­aus­for­de­rung wer­den. Laut unse­ren jüngs­ten Unter­su­chun­gen kann dein Gehirn uner­war­tete Mikro­pau­sen aus­lö­sen, die sich ähn­lich wie plötz­li­che Strom­aus­fälle ver­hal­ten. Das kann zu Kon­zen­tra­ti­ons­schwä­chen füh­ren. Diese Unter­bre­chun­gen sind jedoch not­wen­dig, um den Kör­per zu rei­ni­gen und Abfall- und Gift­stoffe, die sich wäh­rend des Wach­zu­stands ange­sam­melt haben, zu besei­ti­gen.

Wir lie­ßen 26 Pro­ban­den nach einer schlaf­lo­sen Nacht ein­fa­che Auf­merk­sam­keits­auf­ga­ben lösen. Dabei wurde ihre Hirn­ak­ti­vi­tät mit­tels Elek­tro­en­ze­pha­logra­phie (EEG) gemes­sen, ebenso wie ihre Hirn­durch­blu­tung und der Fluss der Gehirn-Rücken­marks-Flüs­sig­keit (Liquor cere­bro­s­pi­na­lis). Unsere erste Beob­ach­tung: Die Pro­ban­den mach­ten mehr Feh­ler als Per­so­nen, die gut geschla­fen hat­ten. Sie waren lang­sa­mer und ver­ga­ßen mit­un­ter sogar, zu ant­wor­ten. Diese Aus­set­zer fie­len mit Wel­len von Liquor cere­bro­s­pi­na­lis zusam­men, der aus den Hirn­ven­tri­keln aus­trat und in das Lymph­sys­tem des Kör­pers abge­lei­tet wurde, wie es auch im Tief­schlaf der Fall ist.

Wäh­rend die­ser Pha­sen nahm die Hirn­ak­ti­vi­tät ab, die Herz- und Atem­fre­quenz ver­lang­sam­ten sich und die Pupil­len ver­eng­ten sich. All dies sind Anzei­chen für einen Zustand all­ge­mei­ner Ruhe.

Haupt­ver­ant­wort­lich dafür ist der Locus coe­ru­leus, ein klei­ner Kern im Hirn­stamm, der den Neu­ro­trans­mit­ter Nor­ad­re­na­lin frei­setzt. Die­ser Neu­ro­trans­mit­ter bewirkt eine Ver­en­gung der Blut­ge­fäße. Wird er hin­ge­gen in gerin­gen Men­gen aus­ge­schüt­tet, erwei­tern sich die Gefäße. Dadurch wer­den die glympha­ti­schen Gefäße kom­pri­miert und die Pro­duk­tion der Hirn­flüs­sig­keit (Liquor) geför­dert. Diese Ver­en­gung kor­re­liert auch mit einer Ver­rin­ge­rung des Pupil­len­durch­mes­sers, was ein Zei­chen ver­min­der­ter Auf­merk­sam­keit ist.

All diese Hin­weise deu­ten dar­auf hin, dass der Locus coe­ru­leus als eine Art Ver­mitt­ler fun­giert und den Über­gang des Kör­pers zwi­schen Wach­heit und Auf­merk­sam­keit regu­liert. Diese Rolle muss jedoch noch durch zukünf­tige Stu­dien bestä­tigt wer­den.

Bis dahin ein guter Rat: Über­an­strenge dein Gehirn nicht. Auch das Gehirn braucht manch­mal eine Aus­zeit.

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